Photovoltaik oder Solarthermie? Sonnenenergie im Fakten-Check

Wenn im Sommer die Sonne vom Himmel strahlt, liegt der Gedanke nahe, diese frei verfügbare Energie auch zuhause zu nutzen. Möglich ist das für Privathaushalte entweder mit einer Photovoltaik-Anlage zur Erzeugung von Strom aus Sonnenlicht oder mit einer solarthermischen Anlage für Warmwasser und Heizung. Doch welches System macht mehr Sinn?

Was ist der Unterschied zwischen Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen?

Photovoltaik-Anlagen verwandeln Sonnenlicht in Strom. Der wird dann entweder direkt zuhause verbraucht oder ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Dafür erhält der Besitzer die sogenannte Einspeise­vergütung. Die erzeugte Energie wird also voll genutzt. Solar­thermie-Anlagen gewinnen Wärme aus dem Sonnenlicht und unterstützen damit die Bereitstellung von Warmwasser und die Raumheizung. Überschüssige Wärme kann in diesem System nicht genutzt werden.

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Interessieren Sie sich für eine Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlage dann nutzen Sie das Beratungsangebot der KliBA. Bild:KEA

Was sagt der Gesetzgeber?

Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz schreibt vor, dass in Neubauten ein Teil der benötigten Wärme aus erneuerbaren Energien erzeugt werden muss und im Gebäudebestand im Zuge einer Heizungserneuerung. Photovoltaik-Anlagen sind nicht gesetzlich vorgeschrieben.

Wie rentabel sind die Anlagen?

Photovoltaik-Anlagen rechnen sich oftmals etwas schneller, weil der überschüssige Strom ins Netz eingespeist werden kann und vergütet wird. Für eine Anlage mit einer Leistung bis 10 kW, die im März 2018 in Betrieb genommen wird, beträgt die Einspeisevergütung derzeit 12,20 Cent je Kilowattstunde (kWh). Andererseits wird die Installation einer solarthermischen Anlage durch das Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien mit mindestens 500 € bis zu 5.600 Euro gefördert.

Für wen sind die Anlagen besonders interessant?

Voraussetzung für beide Systeme sind geeignete Dachflächen: ausreichend groß, möglichst wenig verschattet und nach Süden, eventuell auch Osten oder Westen, ausgerichtet. Eine Photovoltaik-Anlage kommt infrage, wenn ein möglichst großer Teil des erzeugten Stroms selbst verbraucht wird, da die eingesparten Kosten je kWh deutlich über der Einspeisevergütung liegen. Solarthermie ist für Haushalte ab etwa drei bis vier Personen geeignet – in kleineren Haushalten ist der Warmwasserverbrauch häufig zu gering. Bei Anlagen zur Heizungsunterstützung muss die Größe der Anlage am Wärmebedarf orientiert sein und das Gebäude die energetischen Voraussetzungen erfüllen.




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