Bücherei hilft jetzt beim Stromsparen

Heddesheim Messgeräte zur kostenlosen Ausleihe / Kooperation mit der Klimaschutz- und Energieberatungsagentur KliBA


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Präsentieren die neuen Strommessgeräte, die Nutzer der Bücherei ausleihen können (v.l.): KliBA-Geschäftsführer Klaus Keßler, Bücherei-Leiterin Annette Eyckmann und ihre Auszubildende Milena Sommer sowie Bernd Prägert vom Bauamt. © Mannheimer Morgen, Bild Anja Görlitz

Nutzer der Heddesheimer Gemeindebücherei profitieren seit gestern von einem neuen Service: Sie können in der Einrichtung im Bürgerhaus während der Öffnungszeiten kostenlos Strommessgeräte ausleihen. Diese helfen, „Stromfressern“ im eigenen Haushalt auf die Spur zu kommen und unnötigem Verbrauch gegenzusteuern – was dann Geldbeutel wie Klima gleichermaßen schont.

Das Angebot ist eine Kooperation der Bücherei mit der Klimaschutz- und Energieberatungsagentur (KliBA) Heidelberg – Rhein-Neckar-Kreis. Deren Berater bieten alle 14 Tage im Alten Rathaus eine Sprechstunde an. Dort konnten Bürger schon bisher die kleinen Geräte mit dem großen Nutzen ausleihen, wie KliBA-Geschäftsführer Klaus Keßler informiert. Allerdings eben nur nach Terminvereinbarung alle zwei Wochen. Vor knapp zwei Jahren reifte daher die Idee, mit jenen zusammenzuarbeiten, die das tägliche Geschäft mit der Ausleihe viel besser beherrschen: die Büchereien. „Das lief von Anfang an sehr gut“, berichtet Keßler. Mehr als ein Dutzend Bibliotheken beteiligen sich aktuell, darunter auch Edingen-Neckarhausen, Weinheim sowie Heidelberg. Und ganz neu eben Heddesheim.

„Man kann nichts falsch machen“

„Vier Geräte stehen bei uns zur Verfügung“, erklärt Bücherei-Leiterin Annette Eyckmann und ergänzt: „Wir können bei der KliBA natürlich weitere nachordern, wenn die Nachfrage groß ist.“ Die Ausleihe funktioniert wie bei den übrigen Medien der Einrichtung: mit Nutzerausweis kostenlos und für vier Wochen. „Die Idee dahinter ist, die Menschen beim Stromsparen zu unterstützen. Das ist der erste Schritt zum Klimaschutz“, erklärt KliBA-Fachmann Keßler.

Der Einsatz der kleinen Stromdetektive ist völlig unkompliziert: Sie werden einfach zwischen Steckdose und das zu untersuchende Gerät gesteckt. Auf dem Display kann der Nutzer dann den Verbrauch ablesen. „Die Geräte sind bewusst einfach gehalten und selbsterklärend“, sagt Keßler: „Man kann eigentlich nichts falsch machen.“ Eine Bedienungsanleitung liegt freilich dennoch jedem Päckchen bei. Ebenso ein Merkblatt, das dabei hilft, die Messergebnisse einzuordnen – also beispielsweise zu erkennen, ob der eigene Kühlschrank sparsam ist oder eben nicht. Überdies enthält es Rechenbeispiele und Einspar-Tipps.

Aus Erfahrung weiß Keßler: Die größten Aha-Erlebnisse stellen sich ein, wenn Nutzer sehen, was ihre Geräte schon im Standby-Modus verbrauchen. „70, 80 Euro für nix“ kämen dabei schon mal an jährlichen Stromkosten zusammen, wenn PC, Fernseher, DVD-Spieler und andere Geräte – vermeintlich – ausgeschaltet sind, das Netzteil aber dennoch Saft aus der Dose zieht.

Neben dem unnötigen Leerlauf können mit dem Messgerät auch die jährlichen Betriebskosten von Großgeräten errechnet werden. Das wiederum hilft bei der Entscheidung, ob eventuell eine Neuanschaffung sinnvoll ist. Ein „Klassiker“ bei den Stromräubern sei etwa der alte Kühlschrank im Keller, erläutert Kessler: „Diese Geräte haben sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt.“ Entlarvend sei oft auch der Blick auf den Mikrowellenherd: Weil die meisten Modelle über eine Uhr verfügen, verbrauchen sie Strom, auch wenn kein Mensch sein Essen darin wärmt. Wenn möglich, hilft ganz einfach: Stecker ziehen.

Von der Kooperation mit den Büchereien erhofft sich die KliBA freilich auch, noch mehr Menschen für den Klimaschutz zu gewinnen. „Wir möchten auch jene erreichen, die sich bisher vielleicht noch nicht so viel mit dem Thema auseinandergesetzt haben“, hofft der Geschäftsführer. Nicht zuletzt helfen die Berater dabei, die richtigen Schlüsse aus den Strommessungen zu ziehen. KliBA-Fachmann Uwe Jung ist dafür regelmäßig im Alten Rathaus vor Ort und erteilt auch weitere Infos rund um Energienutzung, Wärmeschutz oder Fördermöglichkeiten. Ein kostenloser Termin kann bei der KliBA unter Telefon 06221/99 87 50 oder über die Gemeinde unter 06203/10 12 32 vereinbart werden.

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 10.01.2019

Daten und Fakten

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