Weil sich Solarmodule wirtschaftlich lohnen

Stadt Schwetzingen startet Infokampagne über Sonnenenergie – Sie will mit Vorurteilen aufräumen

Schwetzingen. Mehr Menschen für das Thema Solarenergie begeistern und mit Vorurteilen aufräumen – das sind die Ziele einer neuen Informationskampagne der Stadt Schwetzingen und der Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg (KliBA). Die Stadt wird ihren Bürgern künftig umfassendes Infomaterial zur Verfügung stellen und eine kostenlose Beratung in den KliBA-Sprechstunden anbieten. Auch Vorort-Termine bei Privatpersonen und Unternehmen sind vorgesehen.

„Wir wollen die Menschen von den Vorteilen des Solarstroms überzeugen und mit Vorurteilen aufräumen“, sagte der Schwetzinger Oberbürgermeister, René Pöltl bei der Vorstellung des Projekts. Zum Beispiel mit dem Glauben, dass sich Solarstrom vom Dach nicht rechne. Denn: „In den letzten Jahren sind die Preise für Solarmodule drastisch gesunken“, erklärte der Geschäftsführer der KliBA, Klaus Keßler. Auch die Ökobilanz könne sich sehen lassen: „Photovoltaik-Anlagen erzeugen deutlich mehr Energie, als zu ihrer Herstellung nötig ist“, berichtete der Klimaexperte. Im Durchschnitt amortisiere sich eine Solaranlage nach rund 15 Jahren, bei einer Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren.

Die Informationskampagne ist Teil der Solaroffensive des Landes Baden-Württemberg. Im ganzen Land gebe es noch viel Potenzial für den Ausbau, betonte Keßler. „Allein in Schwetzingen werden nur 40 Prozent des Potenzials der Sonne genutzt“, ergänzte Patrick Cisowski, Klimaschutzbeauftragter der Stadt Schwetzingen. „Da ist noch viel Luft nach oben.“ Die erste Gelegenheit für eine kostenlose Beratung haben die Besucher der Schwetzinger Energiemesse am kommenden Wochenende im Lutherhaus und auf den Kleinen Planken.

Für Pöltl, Keßler und Cisowski geht es dabei nicht nur um die Wirtschaftlichkeit. „Der Klimawandel ist Realität und dafür trägt jeder Verantwortung“, betonte der Oberbürgermeister. „Wenn jeder etwas dagegen tut, kommt am Ende viel zusammen.“

Natürlich habe er selbst auch nachgerechnet, bevor er sich dafür entschied, eine Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Dach anzubringen. Aber die Verantwortung für die Zukunft kommender Generation sei einfach zu wichtig. Den Strom, den Pöltl auf seinem Dach produziert, nutzt er zum Teil selbst. Zum Beispiel, indem er seinen E-Roller damit auflädt. Nachhaltiger kann ein Bürgermeister wohl kaum unterwegs sein. (stek)

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Schwetzinger Nachrichten vom Donnerstag, 28. März 2019, Seite 3


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