So spart man 127 Tonnen Kohlendioxid ein

Die Schönbrunner Nahwärme-Heizanlage für Rathaus und Schulkomplex ist jetzt auch offiziell ihrer Bestimmung übergeben worden

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Schönbrunn. „Der Erfolg hat viele Väter. Der Misserfolg ist ein Waisenkind“, bemühte Bürgermeister Jan Frey ein altes Zitat. Und in Schönbrunn habe man mit dem neuen Nahwärmenetz, das Rathaus und Grundschule versorgt, gleich zwei Erfolge geschaffen, freute sich das Gemeindeoberhaupt bei der offiziellen Übergabe der Anlage im Bürgersaal des Rathauses am Montag.

Dorthin waren auch etliche Bürgermeisterkollegen aus der Nachbarschaft sowie Gemeinderäte gekommen. Die Anlage laufe zwar schon seit September vergangenen Jahres, blickte Frey zurück. Doch jetzt, nach endgültiger Fertigstellung, Abnahme aller Betriebsteile und nachdem die aufgetretenen „Kinderkrankheiten“ geheilt werden konnten, könne sie auch offiziell ihrer Bestimmung übergeben werden.

Realisiert habe man das Contracting-Modell unter Mithilfe der Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg (Kliba) und der AVR Energie GmbH mit Sitz in Sinsheim. Letztere habe die Heizungsanlage installieren lassen und werde sie als zuverlässiger Partner betreiben, gab sich Frey optimistisch.

Erste Überlegungen für ein Nahwärmenetz im Umfeld des Schönbrunner Rathauses und der Grundschule reichten bis 2010 zurück. Zwei Stadtwerke aus der Umgebung hätten ihre Lösungsvorschläge vorgestellt, die zum einen eine Hackschnitzel-, zum anderen schon eine Pelletsheizung vorsahen. Aus Sicht der Gemeinde Schönbrunn seien alle Überlegungen für ein Nahwärmenetz primär durch die in der Grundschule vorhandene Elektroheizung motiviert gewesen.

Die von 1988 stammende Anlage habe zum Austausch angestanden. Das Rathaus sei hingegen durch Öl versorgt worden. Ende 2016 habe Dr. Klaus Kessler von der Kliba dem Gemeinderat das erste Ergebnis seiner Untersuchungen vorgestellt. Dabei seien frühere Überlegungen, ein Blockheizkraftwerk auf Basis von Flüssiggas zu betreiben, nicht mehr weiterverfolgt worden. Allein auf Grund der geringen Laufzeiten wäre dies unwirtschaftlich gewesen, so Frey. Schließlich sei der Vorschlag aufgekommen, eine Holzpelletsheizung im Rathaus einzubauen und die Schule per Leitung anzubinden. Den Plan, auch das in der Nähe gelegene gemeindeeigene Wohnhaus einzubinden, habe man aufgegeben. Nach einer Ausschreibung sei man dann im Sommer 2018 mit der AVR Energie GmbH einig geworden. Im April vergangenen Jahres begannen die Baumaßnahmen.

Der Einbau der zwei Kessel im Rathaus habe sich wegen der räumlichen Verhältnisse nicht ganz einfach gestaltet, erinnerte Frey und dankte ausdrücklich den beteiligten Handwerkern sowie Bauamtsleiter Karl Wilhelm.

Prokurist Thomas Brümmer von der AVR Energie GmbH erläuterte, dass die Gesellschaft in die Anlage rund 270 000 Euro investiert habe. Die zwei Pelletkessel im Rathaus verfügten über je hundert Kilowatt thermische Leistung. Das nebenan untergebrachte Pelletslager fasse 30 Kubikmeter. Die Schule habe man mit einer rund 110 Meter langen Leitung angebunden. Dort seien neben hocheffizienten Heizungspumpen auch zwei je 1500 Liter fassende Heizwasserpufferspeicher zur Spitzenlastabdeckung eingebaut worden. Durch die Installation der neuen Anlage spare man im Vergleich zu früher rund 127 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr ein.

Im Anschluss erläuterte an beiden Anlagenstandorten Thomas Essenpreis von der ausführenden Haustechnikfirma den Gästen die Technik.

Von Marcus Deschner

© RNZ - Ausgabe: 11. März 2020, Eberbacher Zeitung | 11 Eberbacher Zeitung


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