Den Klimaschutz vorangebracht

Für sein Engagement wurde der Rhein-Neckar-Kreis mit dem European Energy Award ausgezeichnet

Rhein-Neckar. (sha) Jubel im Landratsamt: Der Rhein-Neckar-Kreis gehört zu den Preisträgern, die mit dem European Energy Award (eea) ausgezeichnet worden sind. Umweltminister Franz Untersteller hat den Preis jetzt in Ulm an neun Landkreise, acht Städte und zehn Gemeinden aus Baden-Württemberg übergeben.

„Regionen und Kommunen sind der entscheidende Faktor im globalen Klimaschutz“, betonte der Minister. „Es kommt auf die konkreten Maßnahmen vor Ort an, sei es die Realisierung von Nahwärmenetzen, der Einsatz energiesparender Straße nbeleuchtung oder die Förderung des Fahrradverkehrs und der E-Mobilität.“ Dies mache den Klimaschutz nachvollziehbar und sichtbar und bringe ihn damit Stück für Stück weiter voran.“ Für den verhinderten Landrat Stefan Dallinger nahm sein Stellvertreter, Erster Landesbeamter Joachim Bauer, die Ehrung entgegen. Mittlerweile nehmen 101 Städte und Gemeinden sowie 20 Landkreise aus Baden-Württemberg am European Energy Award teil.

„Damit nimmt Baden-Württemberg im Vergleich zu den anderen Bundesländern den Spitzenplatz ein“, freute sich der Minister. Das Umweltministerium unterstütze gerne dieses kräftige und stetig wachsende Bündnis engagierter, klimaaktiver und erfolgreicher Kommunen. Zum Beispiel erhalten die im European Energy Award engagierten Kommunen einen Zuschuss in Höhe von 10 000 Euro. Zudem können eea-Kommunen im Rahmen des Programms Klimaschutz-Plus einen höheren Fördersatz für investive Maßnahmen in Anspruch nehmen.

Der Rhein-Neckar-Kreis hat seit 2013 ein Klimaschutzkonzept mit 39 Maßnahmen, die seit 2014 von zwei Klimaschutzmanagern umgesetzt werden. Mehr als positive Ergebnisse zeigt ein erstes Resümee aus den vergangenen fünf Jahren, heißt es in einer Mitteilung aus dem Landratsamt. Ein Vergleich der Ziele des Klimaschutzkonzepts mit den Ergebnissen der CO2- und Energiebilanz aus dem Jahr 2015 zeige, dass der Kreis bereits 16 Prozent CO2 gegenüber dem Ausgangsjahr 2010 eingespart habe.

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Umweltminister Franz Untersteller (M) übergab die Auszeichnung. Für den Rhein-Neckar-Kreis freuen sich (v.l) Julia Eustachi (Geschäftsstelle Klimaschutz beim Eigenbetrieb Bau und Vermögen), Erster Landesbeamter Joachim Bauer, Jürgen Obländer (Leiter Eigenbetrieb Bau und Vermögen) sowie Isabel Schonath (Geschäftsstelle Klimaschutz beim EBV). Foto: Stollberg

Mit der Festlegung als strategisches Ziel und dem Beitritt zum eea sei der Klimaschutz in der Verwaltung fest verankert. So habe der Rhein-Neckar-Kreis unter anderem in den letzten Jahren zahlreiche kreiseigenen Liegenschaften energetisch saniert und neu gebaut – Mindeststandard Passivhaus. Die Einführung eines Energiemanagementsystems helfe bei der Kontrolle der Verbrauchsdaten.

Als vorbildliches aktuelles Projekt sei der Neubau der Louise-Otto-Peters-Schule in Hockenheim, eine berufliche Schule in der Trägerschaft des Rhein-Neckar-Kreises, im Effizienzhausplus-Standard zu nennen. Durch Mitarbeiter- und Azubi-Schulungen sowie Projekte an Schulen werde zur Sensibilisierung zum Thema beigetragen. Der Einsatz von Recyclingpapier in der gesamten Verwaltung oder die Umstellung des Fuhrparks auf alternative Antriebe seien nur zwei Beispiele aus dem energiepolitischen Arbeitspapier des eea.

Besonders hervorzuheben sei auch, heißt es in der Mitteilung weiter, dass der Landkreis mit 53 seiner 54 Kommunen eine Kooperationsvereinbarung zum Klimaschutz unterzeichnet habe. Eine kommunenscharfe Energie- und CO2-Bilanz, welche kontinuierlich fortgeschrieben werde, Netzwerktreffen und gemeinsame Aktivitäten seien Bestandteil der Vereinbarung. Zudem hätten sich die Kommunen bis 2020 verpflichtet, ein eigenes Klimaschutzkonzept zu erstellen, heißt es abschließend.

© Rhein-Neckar-Zeitung vom Mittwoch, 21. Februar 2018, Seite 9

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