Mit „Sonnenstrom“ das Klima retten?

Gemeinde startete Kampagne für Fotovoltaik-Anlagen – Klimaschutz- und Energieberatung Rhein-Neckar informierte

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Bürgermeister David Faulhaber (l.) mit Fachleuten von Verwaltung und Kliba beim Auftakt der Fotovoltaik-Kampagne. Sie informierten über Möglichkeiten beim Klimaschutz. Foto: kaz

Bei der Auftaktveranstaltung zur Fotovoltaik-Kampagne in der Bergstraßengemeinde hat Peter Kolbe von der Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Rhein-Neckar (KLiBA) kräftig für die Aufrüstung mit entsprechenden Anlagen zur Gewinnung von Solarenergie geworben. Im Rathaussaal sprach er auch über den weltweiten Klimawandel und dessen wissenschaftliche Belege. Dabei hatten nur angemeldete Gäste Einlass, Interessierte konnten sich aber per Internet zuschalten. Die Stromgewinnung durch Sonnenenergie, der Bau von Fotovoltaik-Anlagen auf möglichst vielen Dächern und anderen Flächen hat für Energieberater Kolbe oberste Priorität. Das Ziel ist stets, den Verbrauch fossiler Brennstoffe zur Verbesserung der CO2-Bilanz so weit wie möglich zu reduzieren, um die weitere Erderwärmung zu verhindern.

„Sonnenstrom – einfach gut“ ist auf dem Faltblatt zur Kampagne zu lesen. Die eigene Fotovoltaik-Anlage wird dort als gewinnbringende Investition und wichtiger Beitrag zur Energiewende beschrieben. Bürgermeister David Faulhaber schreibt in seinem Grußwort, es bestehe dringender Handlungsbedarf. Und er verrät, dass er mit der vor rund zehn Jahren auf seinem Haus installierten Fotovoltaik-Anlage bisher nur gute Erfahrungen gemacht habe. Nebenbei bemerkt gehörte die Bergstraßengemeinde zu den ersten Mitgliedern der 1997 gegründeten KLiBA, stattete etwa bereits im Jahr 2000 die Schauenburghalle mit einer Fotovoltaik-Anlage aus.

Kolbes Vortrag, der manchen offenbar etwas zu lang war, bewertete Faulhaber als „wachrüttelnd“. In der Fragerunde ging es um die direkte Nutzung von Sonnenstrom für den Haushalt, den Einbau von Batteriespeichern und die Einspeisevergütung für Kilowattstunden ins Stromnetz, die nicht auf Dauer gesichert ist. Die Installation von Fotovoltaik-Anlagen hält Kolbe bei Kosten zwischen 6000 und 13 000 Euro auf Privatgelände für sinnvoll, er geht von einer Lebenserwartung von bis zu 30 Jahren pro Anlage aus. Zudem sei Dossenheim „von der Sonne verwöhnt“. Als Grund, sich gegen eine solche Anlage zu entscheiden, würde er nur Geldmangel und ein gen Norden ausgerichtetes Dach mit 40 Grad Gefälle gelten lassen, so Kolbe. Auf anderen Dächern sei inzwischen vieles möglich. Dank fortgeschrittener Technik ist die Südwest-Ausrichtung demnach nicht mehr erforderlich. Die KLiBA biete für Interessierte eine Online-Beratung und komme ins Haus, um die notwendigen Daten direkt zu erfassen.

Bei der Veranstaltung im Rathaus kam nach rund anderthalb Stunden auch Michael Nowag zu Wort. Er stellte sich als jemand vor, der schon vor 25 Jahren am „Leitbild Dossenheim“ mitgearbeitet habe, jüngst die Ortsgruppe „Ökostromer“ gründete und in der Gemeinde demnächst eine „Klima-Werkstatt“ gründen will. Er ist sich sicher: Auf der Hälfte aller Häuser in Dossenheim ließen sich Fotovoltaik-Anlagen errichten. Für Fragen aus dem Publikum stand er ebenso zur Verfügung wie Kolbe und Silvia Böse von der Kliba, Bauamtsleiter Jörg Ullrich sowie die Verwaltungsmitarbeiter David Zerweck und Alina Schuck.

Info: Die KLiBA übernimmt die Kosten für 25 Vor-Ort-Beratungen. Anmeldungen bei David Zerweck unter Telefon 06221 86 51 45 oder per E-Mail an klimaschutz@dossenheim.de

Von Karin Katzenberger-Ruf

© Rhein-Neckar Zeitung |Region Heidelberg |Samstag, 26. September 2020

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