Photovoltaik "Da tut sich was"

Interesse am Bau von Photovoltaik-Anlagen in der Region ist groß - Enormer Informationsbedarf - Ab Herbst wieder Beratung vor Ort

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Heddesheim stehe in Sachen Photovoltaik „ganz toll da“, sagt Klaus Keßler, Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg – Rhein-Neckar-Kreis gGmbH (KLiBA). Das liegt vor allem an der riesigen Dachanlage der Spedition Pfenning. Foto: Kreutzer

von Carsten Blaue

Wenn die Klimaschutzziele erreicht werden sollen, muss es mehr Photovoltaik (PV) geben. Sagt die Architektenkammer Baden-Württemberg. Den Kompromiss der Landesregierung hält sie für richtig. Die Grünen wollten eine Solarpflicht für alle Neubauten. Die CDU war aber dagegen, auch Wohngebäude diesem Zwang zu unterwerfen. Das Ergebnis: Das PV-Gebot soll nur für Gebäude gelten, in denen maximal fünf Prozent der überbauten Fläche als Wohnraum genutzt werden. Es geht also vor allem um den Neubau gewerblich genutzter Immobilien. Außerdem verlangen die Architekten, dass die Politik auch Regelungen für existierende Gebäude findet, damit noch mehr Sonnenenergie genutzt wird. Klaus Keßler findet die vom Land erarbeitete Regelung gut: "Das wird einen Effekt haben." Als Geschäftsführer der KLiBA, der Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg – Rhein-Neckar-Kreis gGmbH, weiß er zudem genau, wie es in den Rathäusern und Haushalten der Region um die Einstellung zum Thema Solarenergie bestellt ist: "Die Bereitschaft zu investieren ist schon groß."

Keßler erkennt das auch daran, dass es im ersten Quartal 2020 einen Anstieg der sogenannten Zubaurate, also des Baus von Solaranlagen auf und an Gebäuden, um 20 Prozent gegeben habe: "Das ist ein Signal in die richtige Richtung."

Corona hatte die Beratungstätigkeit der KLiBA vor Ort ausgebremst. Die Agentur gehört zum sogenannten "PV-Netzwerk Rhein-Neckar", einem von zwölf "PV-Netzwerken" im Land, das den Hemmnissen des Photovoltaik-Ausbaus mit kostenloser Beratung begegnet. Gezielte Kampagnen gab es vor der Pandemie schon in Schwetzingen, Weinheim und Neckargemünd: "Wir starten im Herbst wieder mit unseren ’PV-Checks’", sagt Keßler: "Die Nachfrage für Beratung ist enorm." Schon die Aktion in Schwetzingen habe gezeigt, dass man dadurch wertvolle Hilfestellungen geben könne. Insgesamt hatte es 25 "PV-Checks" vor Ort gegeben, und eine Umfrage ergab, dass danach in acht Anlagen investiert wurde.

Und welche Kommune ist im Rhein-Neckar-Raum nun besonders aufgeschlossen für Photovoltaik? Dazu gibt es im PV-Netzwerk zwar Zahlen. "Aber da muss man vorsichtig sein", warnt Keßler. Denn die Flächen in den Kommunen werden dabei pro Einwohner ausgewiesen. Das heißt, dass schon eine Anlage in einem kleinen Ort dafür sorgen kann, diesen in der Statistik nach vorne zu schieben. So stehe Heddesheim ganz toll da, so Keßler, weil die Spedition Pfenning auf ihren Hallen eine der größten Dachanlagen in ganz Deutschland betreibt.

Er nennt auch Lobbach-Lobenfeld. Hier stehen im "Solarpark" insgesamt 24.240 Module auf einer Gesamtfläche von rund 95.000 Quadratmetern. Im Juli 2013 ging die Anlage ans Netz, die pro Jahr etwa 6500 Megawattstunden Solarstrom produziert und somit jährlich rund 4500 Tonnen CO2 einspart. Mit diesen Beispielen will Keßler gar nicht relativieren, dass sich auf dem Gebiet der Solarenergie in der Region "was tut". Das gilt auch für die Solarthermie, also die Warmwassererzeugung aus Sonnenkraft.

Gerade für Betriebe sei Photovoltaik eine lohnende Sache, weiß der KLiBA-Geschäftsführer. Am Ende ist es eine Rechenaufgabe. Produzierende Unternehmen würden nicht selten die Energie, die sie über die Module gewinnen, auch sofort wieder selbst verbrauchen. Da lohnt sich schließlich die Investition, und das Ganze wird wirtschaftlich. Etwas anders aussehen könne dies allerdings bei Gebäuden mit vermieteten Büroflächen.

Und auch im privaten Bereich wird die Solarenergie meist nicht gleich genutzt. Dennoch ist Keßler davon überzeugt, dass die Photovoltaik auch beim Neubau von Wohnhäusern eine lohnende Sache ist. Zumal die Anlagen immer günstiger würden. Und außerdem gibt es auch noch die Einspeisevergütung.

© Rhein-Neckar Zeitung | 14. August 2020

Interessieren Sie sich für eine Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlage dann nutzen Sie das Beratungsangebot der KLiBA.

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