Zertifizierung Sechs Unternehmen aus Heidelberg und der Region haben frisch das Programm des Umweltamtes durchlaufen

Betriebe für Nachhaltigkeit sensibilisiert

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Sechs Unternehmen aus Heidelberg, Wiesloch und Edingen-Neckarhausen sind frisch zertifiziert: Sie haben am Projekt „Nachhaltiges Wirtschaften“ teilgenommen. © MR

Heidelberg.Der Hotelbetrieb prüfte die Abluftanlage in der Küche, das Seniorenwohnheim minimierte die Lebensmittelreste, indem lieber mehrmals kleinere Portionen aufgetischt wurden, und die Konsumforschungsgesellschaft in der Weststadt reduzierte den Müll um die Hälfte, indem sie allein eine Mülltrennungs-Station installierte: Sechs Betriebe haben das Projekt „Nachhaltiges Wirtschaften“ absolviert, das das Heidelberger Umweltamt anbietet. Im „Scharff’schen Backhaus“ im Heidelberger Schlosshof holten sie sich nun stolz ihre Zertifikate ab.

Seit 19 Jahren gibt es das Programm, das inzwischen 140 Betriebe durchlaufen haben, freuen sich Oberbürgermeister Eckart Würzner und Umweltamtsleiterin Sabine Lachenicht. Auch zwei Firmen aus Edingen-Neckarhausen (MTB Schreinerei) und Wiesloch (Palatin Kongresshotel) machten mit.

„Heidelberg ist sich der Verantwortung für die heutige und künftige Generation bewusst“, betont der Stadtchef. Mit Unterstützung der Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur (KliBa) und den Beratern der geovotum GmbH haben die Programmteilnehmer individuelle Umwelt- und Nachhaltigkeitsprogramme erarbeitet. So wurde die Atos Klinik auf ihrem Weg bestärkt, eigenen Strom mittels Blockheizkraftwerk zu produzieren. Auch das Awo Seniorenzentrum Louise-Ebert-Haus, die Sikom Software GmbH, die Gesellschaft für innovative Marktforschung (GIM) hatten ursprünglich gar nicht vordergründig das Ziel, ein Zertifikat zu bekommen – am Ende habe es aber doch einige Kunden bewogen, sich für dieses Unternehmen zu entscheiden, heißt es aus der Runde. Das ehrgeizige Ziel, die Hälfte der Heidelberger Betriebe nachhaltig zu zertifizieren, sei noch lange nicht erreicht, will Würzner das Angebot weiter fördern.

Die Corona-Pandemie unterstreiche die Bedeutung nachhaltiger – und regionaler – Produktion, fasst Volker Kienzlen, Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA), einen Effekt zusammen. „Es wird nun auf Wissenschaftler gehört und ihr Wissen in Entscheidungen einbezogen“, verweist er auf die starke Präsenz etwa der Virologen in der Pandemie – und verknüpft damit die Hoffnung, dass auch den Experten für Umwelteffekte künftig mehr vertraut werde. „Wir sind immer noch viel zu langsam“, verweist er auf Klimaschutz-Ziele und Programme zur Reduktion von Treibhausgasen.

Betriebskosten gesenkt

Mit dem Programm „Nachhaltiges Wirtschaften“ sollen kleine und mittelständische Unternehmen bei der Einführung eines Umweltmanagementsystems unterstützt werden. Insgesamt waren diesmal rund 200 Mitarbeiter beteiligt. Das Landesumweltministerium fördert das Projekt. Seit Beginn 2001 haben 140 Betriebe mit 9500 Beschäftigten mitgemacht. In den ersten 13 Phasen ist eine CO2-Einsparung von mehr als 2200 Tonnen jährlich berechnet worden. Das entspricht der Menge, die bei der Stromproduktion für 770 Haushalte entsteht. Die Nachhaltigkeit hilft zudem sparen: Die Betriebskosten wurden um jährlich 1,2 Millionen Euro gesenkt. Autor: Miro

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 10.09.2020


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