Anwohner fürchten Feinstaub und Lärm

Geplantes Wärmekonzept für Nordstadt ruft Kritik hervor – 70 Einwände eingegangen – Europaweite Ausschreibung beschlossen

Ladenburg. (stu) Im Bebauungsplanentwurf Nordstadt-Kurzgewann ist eine zentrale Energieversorgung vorgesehen. Das Versorgungszentrum, von dem aus die Rohrleitungen zu den Gebäuden verlegt werden, soll am Rande des Baugebiets hinter dem Bauernhof Müller in der Weinheimer Straße entstehen.

Weil das Versorgungszentrum direkt gegenüber dem Wohngebiet Oststadt gebaut werden soll, haben 70 Bürger Einwände gegen den Bebauungsplan erhoben. Hans-Michael Höhle begründete in der Gemeinderatssitzung am Mittwoch, weshalb der Standort kritisch gesehen werde. Höhle rechnete vor, dass das gegenüberliegende Wohngebiet pro Stunde mit 200 Gramm Feinstaub belastet werde. Er kritisierte, dass es kein Lärmgutachten gebe. Auch das Verkehrsaufkommen werde deutlich zunehmen. Die Gegner befürchten nämlich, dass die Energie durch das Verbrennen von Hackschnitzel erzeugt werden soll.

„Noch ist alles offen. Auch Lösungen wie eine Gasversorgung, ein Blockheizkraftwerk, Wärmepumpen und die Solarthermie sind nicht vom Tisch“, informierte Stadtbaumeister André Rehmsmeier, der lediglich den Energieträger Erdwärme und Eisspeicher für die Energieversorgung ausschloss.

Um die beste Lösung zu erreichen, wird es nun eine europaweite Ausschreibung geben. Die Sorgen der Anwohner werden dabei berücksichtig. FDP-Stadtrat Wolfgang Luppe beantragte, dass die Wünsche der Anwohner in den Beschlussvorschlag aufgenommen werden sollen. Der Vorschlag des Liberalen wurde einstimmig angenommen.

Bis auf drei CDU-Stadträte waren sich die Ratsmitglieder einig, dass eine zentrale Wärmeversorgung für die Bewohner die günstigste und umweltfreundlichste Lösung ist. Der Chef des Heidelberger Umweltberatungsunternehmens Kliba, Klaus Kessler, sprach sich ebenfalls für eine zentrale Lösung aus. Durch das Nahwärmenetz und die Versorgungsstation könne auf technische Neuerungen flexibel reagiert werden. Diese große Chance sollte sich Ladenburg nicht entgehen lassen, meinte der Experte. Geplantes Wärmekonzept für Nordstadt ruft Kritik hervor – 70 Einwände eingegangen – Europaweite Ausschreibung beschlossen

Die europaweite Ausschreibung wird nun mithilfe eines Fachanwalts in Gang gebracht. Rehmsmeier meinte, dass das zeitaufwendige Verfahren frühestens in zwölf Monaten Ausschreibungsergebnisse liefern werde.

Bergstraße/Mannheim - Weinheimer Rundschau vom Freitag, 2. Februar 2018, Seite 6

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