Wenn die Schutzmauer der Erde „durchlöchert“ wird

Turmschüler nahmen an Projekt zu Energie und Klimaschutz teil

Leimen. Wenn ein elektrisches Gerät auf „Aus“ oder „Off“ steht, verbraucht es dann keinen Strom mehr? Mit dieser und vielen weiteren Fragen befassten sich nun die Schüler der Klasse 3b der Turmschule im Rahmen des landesweiten Projekts „Energie und Klimaschutz an Schulen“.

Und wie schon zuvor die Jungen und Mädchen in vielen anderen Schulen in der Region kamen auch jene der Turmschule sehr schnell zu der Erkenntnis, dass es elektrische Geräte gibt, die sich den Namen „Stromfresser“ rundum verdienen. Sprich: die zwar eigentlich nicht in Betrieb sind, aber dennoch reichlich Strom verbrauchen. Doch ist dieses im Zuge einer Art „Forschungsarbeit“ ermittelte Resultat nur eine der Zielsetzungen, die sich das Schulprojekt auf die Fahne geschrieben hat.

Nicht minder wichtig ist den Projektmitarbeitern, wie dem nun in der Turmschule zu Werk gehenden Michael Boeke von der Klimaschutz- und Energieberatungsagentur Heidelberg-Rhein-Neckar-Kreis (KliBA), das Gespräch mit den Kindern. So wollte er mit Blick auf „regenerative Ideen“ von seiner jungen Zuhörerschaft unter anderem in Erfahrung bringen, ob denn der Neckar austrocknen könne? Nein, antwortete ihm prompt ein Junge, und begründete dies so: „Die Sonne scheint auf das Wasser, dann bilden sich Wassertropfen, die steigen hoch und dann regnet es.“

Doch sollte diese laut Michael Boeke „perfekte Erklärung eines Kreislaufs“ beileibe nicht der einzige beachtenswerte Wortbeitrag der teilnehmenden Schüler bleiben. Etwa wurde das Ozonloch von einem Drittklässler so beschrieben: „Zwischen der Erde und der Sonne gibt es eine Schutzmauer und die wurde durchlöchert.“

Zuvor hatte Michael Boeke die Kinder wissen lassen, dass die Erde dann, wenn sie „ganz nackt“ wäre, auf ihrer der Sonne zugewandten Seite 140 Grad Celsius heiß und damit schrecklich wäre. Auf der Seite der Erde, die der Sonne abgewandt ist, wäre es wiederum 180 Minusgrade kalt. So lautete das Fazit des Experten: „Leben auf der Erde wäre nicht mehr möglich.“

Nun gibt es aber nach Michael Boekes Worten die Atmosphäre, die aus Luft und Gas besteht und die eine „ganz tolle Sache“ sei, weil sie die Erde schütze. Allerdings gebe es auch immer mehr Gase in der Atmosphäre, die bewirkten, dass zwar „Licht reinkommt, aber die Wärme nicht mehr raus kann“. Dies habe entsprechend zur Folge, dass man noch 30 Jahre lang Zeit habe, dafür zu sorgen, dass die „Erde nicht mehr wärmer wird“.

Nicht außen vor blieb in diesem munteren Frage-und-Antwort-Spiel die Kernenergie. Und auch in diesem Themenbereich kannten sich die Turmschüler gut aus. „Da ist ein Atomkraftwerk explodiert“, war aus deren Reihen zu hören, „und ganz viele Menschen sind gestorben.“ Neunjährige können die Probleme unserer Zeit altersbedingt noch nicht konkret wahrnehmen? Von wegen! (pop)

Region Heidelberg vom Donnerstag, 18. April 2019, Seite 5

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