Heidelberger Betriebe setzen auf Nachhaltigkeit

Stadt prämiert sieben nachhaltig wirtschaftende Unternehmen und Institutionen – „Zuständig für das Thema sind nicht nur der Staat oder die Politik“

„Der Klimaschutz zählt zu unseren zentralen Überlebensaufgaben, die man auch im Sinne der nachfolgenden Generationen nicht aus den Augen verlieren darf.“: Die nachdrückliche Mahnung von Volker Kienzlen betonte einmal mehr, wie wichtig Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind.

Diese beiden Bereiche gelte es dringend zu unterstützen und zu fördern – auch von hiesigen Unternehmen: Sieben Heidelberger Firmen und Institutionen haben sich im Rahmen des städtischen Projekts „nachhaltiges Wirtschaften“ ebenjener Herausforderung gestellt und wurden nun für ihr erfolgreiches Umweltmanagement ausgezeichnet. Gemeinsam überreichten Wolfgang Erichson, Bürgermeister für Umwelt, Bürgerdienste und Integration, und Volker Kienzlen, Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg, im Luxor-Kino die Zertifikate an die Projektteilnehmer. Prämiert wurden neben zwei Bildungsinstitutionen, der Freien Waldorfschule Heidelberg und der Abteilung Geographie der Pädagogischen Hochschule (PH), auch Betriebe wie die Autolackiererei Penninger, der Raumausstatter Genthner sowie die Abteilung Chemie des Zentralbereichs Neuenheimer Feld der Universität Heidelberg, die Halle 02 und die Betreiber des Thermalbads, die Stadtwerke Heidelberg Bäder GmbH.

„Zuständig für das Thema CO2-Einsparung sind nicht nur der Staat oder die Politik, sondern wir alle in unserem alltäglichen Leben“, machte Kienzlen deutlich. Und auch Bürgermeister Erichson betonte: „Nachhaltige Konzepte können nur funktionieren, wenn die Bürger sie annehmen, umsetzen und auch in ihren Betrieben umsetzen.“ Genau das haben die sieben Betriebe getan: Mit der Unterstützung städtischer und externer Experten, etwa von Geovotum und der Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg-Rhein-Neckar-Kreis (KliBA), entwickelten sie individuelle Umweltprogramme, bei denen Betriebsabläufe optimiert, Energiekosten gesenkt und bares Geld gespart werden soll. Ob mit wassersparenden Perlatoren in den Bädern der Stadtwerke, der Montage von schallabsorbierenden Platten in den Klassenzimmern der Waldorfschule, der Installation neuer Heizungsventile bei Genthner oder einer neuen, wassersparenden Reifenwaschanlage bei Penninger: Maßnahmen für mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit haben viele Facetten.

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Foto: vaf

„Die Wurzeln wurden gelegt, aber die Maßnahmen reichen eindeutig über das Projekt hinaus“, erklärte auch Daniel Volz von der Abteilung Geographie an der PH. Bisher wurde hier bereits der Arbeitssicherheit im Labor verbessert, für die Zukunft sind zudem die Installation intelligenter Thermostate und die Umrüstung der klassischen Leuchtstoffröhren auf LED-Beleuchtung in Planung. Solche Schritte hat die Halle 02 schon hinter sich: Im Zuge der umfassenden Sanierung vor rund zwei Jahren wurde hier schon einiges im Bereich der technischen Ausstattung getan. „Wenn man die Unterhaltungsbranche betrachtet, dann entsteht tatsächlich ein Großteil der CO2-Emissionen bei der An- und Abreise unserer Gäste“, erklärte Geschäftsführer Felix Grädler. Genau hier wolle man in Zukunft mit einem besonderen Nachhaltigkeitskonzept ansetzen: Geplant ist eine App, in der neben Tickets auch eine individuelle Anreiseoption inklusive geboten wird. Das Angebot soll dabei vom ÖPNV über Carsharing und Mieträder bis hin zur Organisation von Fahrgemeinschaften gehen. Kommende Woche startet hierfür eine einmonatige Besucherbefragung, denn wie bereits Erichson und Kienzlen betonten: Ohne die Bereitschaft der Besucher und Bürger lassen sich solche Konzepte nicht umsetzen. Von Lena Scheuermann

Heidelberger Nachrichten vom Freitag, 26. Oktober 2018, Seite 6

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