Früh übt sich – auch in Sachen Klimaschutz

Kinder experimentieren im Labor der KLiBA Heidelberg in der Gemeindebücherei Mühlhausen

rnz_04-09-2020_fr_h__bt_sich_auch_im_klimaschutz_bild_2_673.jpg

Im Labor der Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg konnten die Kinder viel über erneuerbare Energien und das Schonen unserer Ressourcen erfahren. So kurbelten sie an einem kleinen Generator (Bildl inks) und starteten ein Solar-Helikoptermodell. Fotos: Pfeifer

Mühlhausen. (gaß) „Du musst das in die Sonne stellen, sonst geht das nicht“, stellt einer der Teilnehmer fachkundig fest und zieht den solarbetriebenen Holz-Hubschrauber seines verdutzen Freundes aus dem Schatten. Zwölf Kinder sind es, die am Klima-Labor der Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg-Rhein-Neckar-Kreis in der Gemeindebibliothek Mühlhausen, teilnehmen. An verschiedenen Stationen lernen die Kinder über Strom und Energie, bauen eigene kleine Wasser- und Windkraftwerke und erfahren mehr über die Unterschiede von sparsamer LED-Technologie (Leuchtdioden) zu Halogenlampen. Zudem erzeugen sie mit einem Handkurbelgenerator selbst Strom, um ein Lämpchen zum Leuchten zu bringen.

Der Fokus der Aktion: Kindern das Stromsparen als Klimaschutzmaßnahme näher zu bringen und sie für Energie- und Klimafragen zu sensibilisieren. Und das klappt gut: „Ab jetzt stecke ich immer alles aus der Steckdose aus, wenn ich es nicht brauche“, sagt der elfjährige Noah überzeugt. Und auch die Leiterin des Projektes, Angelika Schwarz, berichtet :„Ich merke ganz klar bei anderen Gruppen: Da bleibt was hängen.“ Gerade, weil das Thema in den letzten Jahren so viel in den Medien und auch in der Schule diskutiert werde. Eigentlich ist die Stationenarbeit für Grundschulklassen konzipiert, aber aufgrund der Corona-Krise blieben die Schulen geschlossen und viele der geplanten Aktionen fielen aus.

„Die ganze Aktion ist also erst durch Corona entstanden“, bemerkt Kerstin Kau, die Leiterin der Mühlhäuser Gemeindebücherei. Und so kommt das Klima-Labor nach Mühlhausen und erklärt dort, wie der Klimawandel entsteht und warum er in den nächsten Jahren ganz schön gefährlich werden kann: Anhand von Bildern, Modellen und Diagrammen zeigt Angelika Schwarz den Teilnehmern, dass sich die Erde durch die schädlichen Arten der Energiegewinnung und Stromerzeugung stark erhitzt und erklärt anschaulich, dass sich die Erde nur von ihrem „Fieber“ erhole, wenn die Menschen so schnell wie möglich auf erneuerbare Energien umstiegen.

Das genügt aber nicht ganz, wurde deutlich: Zudem muss weniger Strom erzeugt werden und das gelingt nur, wenn sich jeder Einzelne darauf besinnt, seinen eigenen Stromverbrauch zu reduzieren. Um zu zeigen, wie viel Energie die verschiedenen Haushaltsgeräte benötigen, messen die Teilnehmer den Stromverbrauch von elektrischen Zahnbürsten, Föhnen oder Bügeleisen und erleben dabei große Überraschungen: „Boah! Das Bügeleisen ist ja krass“, staunt Noah. Und auch eine der Bibliotheksmitarbeiterinnen erschrickt über den hohen Verbrauch des Haushaltshelfers: „Ich glaube, ich bügle nicht mehr“, sagt sie lachend.

Eine besondere Station darf natürlich nicht fehlen: ein Büchertisch. Die Lektüre über unser Klima sei heiß begehrt, erzählt Kerstin Kau. „Einige Kinder waren schon vor Beginn der Aktion hier und haben gleich angefangen zu lesen“, berichtet die Bibliotheksleiterin lachend. Die Bibliothek ist in Sachen Naturwissenschaften und Klimawandel gut aufgestellt: „Von Büchern über die Natur bis zu Experimenten zum Selbermachen haben wir alles da, was das Herz begehrt“, teilt Kau mit.

Info: Die Gemeindebücherei Mühlhausen hat aktuell montags von 9.30 bis 11.30 Uhr und donnerstags von 15.30 bis 18.30 Uhr geöffnet, nach den Sommerferien auch dienstags und mittwochs, jeweils 15.30 bis 18.30 Uhr.

39353574_216.jpg


© Rhein-Neckar Zeitung |Wiesloch/Walldorf | 4. September 2020

<< vorherige Seite »Nachhaltiges Wirtschaften_Prmierung _2020)« 

 



Erneuerbare Energien