Klimaschutz hört nicht an der Gemeindegrenze auf

Energiekarawane Gewerbe will die Unternehmen unterstützen

(Mauer, 28. Juni 2018) Eigentlich hatte man sich einen größeren Zuspruch erhofft. Bürgermeister Frank Volk als Vorsitzender des Gemeindeverwaltungsverbandes Neckargemünd machte daraus bei seiner Begrüßung zum Auftakt der Energiekarawane Gewerbe vor einer guten Handvoll Betriebsleiter keinen Hehl. Zum Unternehmerfrühstück war in das Café von Müller Lebensraum Garten in Mauer geladen worden, um die Chefs mittlerer und kleiner Unternehmen über das Anliegen der Energiekarawane Gewerbe zu informieren.

Allen interessierten Betrieben steht nämlich ab sofort kostenlos ein Berater in Person von Jürgen Imhof, Projektleiter bei Braun Energiedienstleistungen, in Sachen Energieeinsparung zur Verfügung. Mit diesem Angebot will der Gemeindeverwaltungsverband die Ziele rund um das Thema Klimaschutz verstärken. Die Klimaschutzmanagerinnen Nicola Lender und Susanna Lange des GVV, an dem die Gemeinden Wiesenbach, Bammental, Gaiberg und Neckargemünd beteiligt sind, hatten aus diesem Grund die Veranstaltung vorbereitet und in den Verbandsgemeinden für das Projekt Energiekarawane Gewerbe geworben. Die Zusagen von den Firmen zur Teilnahme an der Veranstaltung waren aber nur zum Teil umgesetzt worden.

„Klimaschutz hört nicht an der Gemeindegrenze auf“, sagte Bürgermeister Frank Volk bei seiner Einführungsrede. Die Kliba, also die Klimaschutz- und Energieberatungsagentur Heidelberg, den Rhein-Neckar-Kreis und auch die Klimaschutzmanagerinnen nannte er als die Ansprechpartner, auch wenn es um zur Verfügung stehende Förderprogramme gehe. Er verwies auf die bereits erfolgreich durchgeführten Energiekarawanen für Wohngebiete, die eine gute Teilnahme verzeichneten. Dieses Angebot wollte man nun auf Gewerbebetriebe ausdehnen. Für die Unternehmen rentiere sich die kostenlose Beratung, die maximal eine bis 1,5 Stunden in Anspruch nimmt, auf jeden Fall, denn mögliche Energieeinsparpotenziale werden dabei aufgezeigt und all das hilft auch dem Klimaschutz.

Die sich häufenden extremen Wetterereignisse signalisierten, der Klimawandel sei in vollem Gange, fand Klaus Kessler von der Kliba einen Einstieg in das Thema. Schon 2006 hatte der frühere Weltbank-Chefökonom Nicholas Stern festgestellt: „Effektiver Klimaschutz kostet ein Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung, weiterzumachen wie bisher fünf bis zwanzig Mal so viel.“ In seinem Kurzreferat nannte Kessler die hoch gesteckten Ziele, die zum Klimaschutz auf Landes- und Bundesebene verfolgt werden, nämlich eine Begrenzung der Erwärmung verursacht durch das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid auf zwei Grad bis 2050 und eine signifikante Reduzierung des 2010 festgestellten Energieverbrauchs um 16 Prozent bis 2020 mit gleichzeitiger Erhöhung des Anteils von erneuerbaren Energieträgern und gleichzeitigem Rückgang der Verwendung fossiler Brennstoffe.

Die Energiekarawane Gewerbe will über die Wirtschaftlichkeit von Energiesparmaßnahmen informieren und zur Umsetzung von Energiesparmaßnahmen motivieren. Dabei geht es darum, Energieeinsparung ohne Komfortverlust zu erreichen, indem eventuelle Überheizung, zu hoher Verbrauch von Lichtquellen und Energieverlust durch zu starke Belüftung aufgedeckt werden, beziehungsweise überflüssige Nutzenergie durch Licht im ungenutzten Raum oder durch Heizen am Wochenende zurückgeführt wird.

Die Energiekarawane Gewerbe ist ein Kooperationsprojekt in der Metropolregion Rhein-Neckar von Energieagentur Rheinland-Pfalz, Klimaschutzagentur Mannheim sowie der Kliba und wird gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und durch das Land Rheinland Pfalz. (nah)

Region Heidelberg vom Donnerstag, 28. Juni 2018, Seite 4

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