Sie spüren versteckte Kostenfresser auf

Die Energiekarawane macht in der Enderlegemeinde hat. Diesmal können Gewerbetreibende ihre Unternehmen unzer die Lupe nehmen lassen

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Kostenloser Energieeffizienzcheck für Gewerbetreibende – im Rathaus informierten (v. l.) Silke Heim von der Gemeindeverwaltung, Bürgermeister Jürgen Kappenstein, Dr. Klaus Keßler (KLiBA) und Dr. Nicolai Freiwald (IHK) über Möglichkeiten, bares Geld zu sparen. © Scholl

Ketsch. Wie eine Karawane von Gemeinde zu Gemeinde ziehen die Experten der Kompetenzstelle Energieeffizient Rhein-Neckar (KEFF) durch die Orte der Region. Immer mit dem Ziel, bei Gewerbetreibenden Energiechecks durchzuführen, die im Idealfall maßgeblich zur Kostenersparnis und zudem zum Klimaschutz beitragen.

„Bereits zum dritten Mal zieht die Energiekarawane durch unsere Gemeinde, in den Jahren 2011 und 2013 wurde privaten Hauseigentümern der kostenlose Energieeffizienzcheck angeboten, nun sind es die Ketscher Gewerbetreibende, die diese lukrative Chance nutzen können“, erklärt Bürgermeister Jürgen Kappenstein bei der Pressekonferenz im Sitzungsaal des Rathauses.

Firmen bereits angeschrieben

Im Vorfeld waren die 944 Gewerbetreibende angeschrieben worden – vom Einzelunternehmer bis zum Produktionsbetrieb. In der Mailingaktion seitens der Gemeindeverwaltung wurde über die Möglichkeit, Energiesparpotenziale aufzudecken, informiert. Nun sei es an den Gewerbetreibenden selbst die Chance zu nutzen, einen Termin zum Energiecheck zu vereinbaren und sich zudem bei der Umsetzung von Maßnahmen Fördermittel von Land und Bund zu sichern.

„Das Förderprojekt für kleine und mittelständische Betriebe, auf die sich diese kostenlose Beratung und Prüfung stützt, existiert seit 2016. Energiesparpotenzial gibt es nahezu überall und gerade in der aktuellen Situation, in der sich viele Betriebe befinden, ist die Senkung von Energiekosten besonders wertvoll“, bekräftigt Dr. Klaus Keßler, Geschäftsführer der KliBA (Klimaschutz-und Energie-Beratungsagentur) und ein Träger der KEFF Rhein-Neckar.

Doch wie läuft dieser kostenlose Energiecheck ab? „Wichtig ist für die Gewerbetreibenden, dass ein neutraler Energieexperte, der mit keiner Herstellerfirma verbunden ist, vor Ort eine individuelle Erstanalyse durchführt. Dabei werden beispielsweise Klimatisierung, Stromeinsparung, Beleuchtungsanlagen oder die Heizungsanlage auf Effizienz geprüft. Je nach Größe des Betriebes werden eine bis mehrere Stunden dafür a ngesetzt und Messgeräte wie etwa eine Wärmebildkamera kommen zum Einsatz. Ebenso kann der Energieexperte Informationen über Fördermittel geben und erstellt einen Bericht“, erläutert Dr. Nicolai Freiwald, Bereichsleiter der IHK, einem weiteren Träger der KEFF.

Wenn sich ein Betrieb nach der Analyse entscheidet, Maßnahmen umzusetzen, dann diene dies zum einen der Kostenersparnis, aber auch der Umwelt und dem Klimaschutz. „Dafür kann ein Betrieb später ein Label bekommen, welches ihn als besonders energieeffizienten Betrieb erkennbar macht“, ergänzt Freiwald.

Umwelt und Geldbeutel dienen

Seit 2016 führen die zwölf KEFF-Zentren in Baden-Württemberg die Checks durch, bei der KEFF Rhein-Neckar waren es rund 300 Checks in den vergangenen Jahren. „Es liegt nun an den Gewerbetreibenden, diese Chance zu nutzen, um Umwelt und Geldbeutel zu schonen, denn es gibt in jedem Betrieb sicher etwas zu verbessern. Der Aufwand hierfür ist gering und in Zeiten von hohem Kostendruck ist jeder Cent, der gespart wird, ein Cent, den man nicht erst erwirtschaften muss“, betont Kappenstein.

Bei den Energiekarawanen für private Haushalte (2011 und 2013) hätten sich rund 30 Prozent der angeschriebenen Haushalte beteiligt und eine Analyse durchführen lassen. Wie viele Gewerbetreibende es nun werden, bleibe abzuwarten. Der Aktionszeitraum ist von Montag, 5. Oktober, bis Montag, 16. November, weiß Nicolai Freiwald von der IHK Rhein-Neckar.

Autorin: Caroline Scholl

© Schwetzinger Zeitung, Freitag, 02.10.2020


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