Kalter Winter trieb Heizkosten in die Höhe

KliBA legte Ausschuss Energiebericht 2016 für Gemeinde vor

Hirschberg. Beim Einsparen von Energie kommt den Kommunen eine gewisse Vorbildfunktion zu. Zudem lassen sich durch einen geringeren Energieverbrauch die Kosten für Heizung, Warmwasser oder Beleuchtung senken, wodurch die Haushalte der Gemeinden entlastet werden. Und es lässt sich der Ausstoß von Kohlendioxid verringern. Deshalb gibt es seit dem Jahr 2001 in Hirschberg einen jährlichen Energiebericht, der über den Verbrauch der verschiedenen Energiearten in den Liegenschaften der Gemeinde Auskunft gibt und so Hinweise zulässt, wo noch weiter Energie eingespart werden kann.

Für das vergangene Jahr lag dieser von der Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur (Kliba) Heidelberg erstellte Bericht dem Ausschuss für Technik und Umwelt an diesem Dienstag vor. Überraschenderweise zeigt er, dass im Jahr 2016 der Energieverbrauch in den gemeindeeigenen Liegenschaften angestiegen ist. Dazu trägt vor allem die Bereitstellung von Energie zur Wärmeerzeugung, also Heißwasser und Heizung, bei. Rund 650 000 Kilowattstunden wurden hier mehr benötigt als im Jahr 2015.

Auch beim Wasserverbrauch ist ein Anstieg festzustellen und zwar um 180 Kubikmeter. Gesunken ist dagegen der Stromverbrauch und zwar um rund 56 000 Kilowattstunden. Um sieben Prozent auf insgesamt 786 Tonnen stieg dementsprechend der Ausstoß an Kohlendioxid. Die Ursache für den Mehrverbrauch an Heizenergie sah der Geschäftsführer der KliBA, Klaus Keßler, unter anderem in den kälteren Wintermonaten des Jahres 2016 gegenüber denen des Jahres zuvor. Doch auch der Energieverbrauch, bei dem Witterungseinflüsse herausgerechnet wurden, für den Bereich Wärme ist in allen Liegenschaften angestiegen. Vor allem bei den von einer gemeinsamen Heizanlage betriebenen Gebäuden der Martin-Stöhr-Schule, der Heinrich-Beck-Halle und des katholischen Kindergartens zeigt sich ein deutlicher Anstieg – nämlich um 90 000 Kilowattstunden.

Bei anderen Gebäuden sieht es nicht besser aus. So hatte Oliver Reisig (FDP) einen erhöhten Wärmebedarf im Hilfeleistungszentrum und in der Alten Turnhalle ausgemacht. Auch Jürgen Steinle (GLH) wunderte sich, warum dieser nach der Sanierung, bei der eine neuen Heizungsanlage eingebaut wurde, gestiegen ist.

Eine Erklärung konnte Klaus Keßler hierfür nicht liefern, vermutete allerdings, dass sich durch eine Optimierung der Heizungssteuerung Energie einsparen ließe. „Die Alte Turnhalle ist seit ihrer Sanierung auch stärker ausgelastet“, wies Bürgermeister Manuel Just auf einen weiteren verbrauchsfördernden Faktor hin. In der Martin-Stöhr-Schule besteht laut Keßler zudem eine sogenannte Legionellenschaltung für die Aufbereitung des Warmwassers, die verhindert, dass diese Bakterien auftreten. Auch hier ließe sich möglicherweise durch eine Optimierung dieser Schaltung der Verbrauch an Heizenergie verringern.

Es gibt aber auch positive Entwicklungen beim Energieverbrauch. So ist etwa der Strombedarf der Martin-Stöhr-Schule deutlich gesunken. Hier macht sich die neue, stromsparende Beleuchtung bemerkbar. Außerdem wies Keßler darauf hin, dass seit dem Beginn des Energiemanagements im Jahr 2001 der Ausstoß an Kohlendioxid der gemeindeeigenen Liegenschaften um 22,8 Prozent gesunken ist.

Ganz so positiv sah das Thomas Scholz (SPD) allerdings nicht und verwies darauf, dass die Verringerung des Kohlendioxidausstoßes vor allem in den ersten Jahren des Energiemanagements erfolgte. Seit dem Jahr 2007 sei diese Emission aber auf ungefähr dem gleichen Niveau geblieben.

Und Steinle erinnerte daran, dass der Gemeinderat im Jahr 2014 einen Grundsatzbeschluss gefasst hatte, der eine Verringerung des Kohlendioxidausstoßes um zwei Prozent vorsieht.

„Wir haben in den letzten Jahren auch neue Gebäude hinzubekommen“, nannte Just einen weiteren Faktor, der beim Gesamtenergieverbrauch der Liegenschaften zu berücksichtigen ist. So habe man etwa das Hilfeleistungszentrum gebaut, gleichzeitig aber nur eines der beiden alten Feuerwehrhäuser veräußert. Von Stefan Zeeh

© RNZ, Bergstraße/Mannheim - Weinheimer Rundschau vom Donnerstag, 7. Dezember 2017, Seite 5

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