Die Bestandsaufnahme hat es in sich

European Energy Award: In der Stadtverwaltung hat sich ein Klimaschutzteam aus acht Mitarbeitern gegründet, das Daten für die IST-Analyse sammeln soll

Weinheim, Ende November 2020: Klimaschutz ist eine Querschnittsaufgabe – das betont die städtische Klimaschutzmanagerin Ute Timmermann, seit sie ihre Stelle im Weinheimer Rathaus im Juli dieses Jahres angetreten hat. Diese Aussage hat nun Gestalt angenommen, und zwar in Form eines ämterübergreifenden Klimaschutzteams, das sich offiziell gegründet hat. Acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung sollen bis Juli 2021 Daten zusammentragen, um zu analysieren, wie weit Weinheim in Sachen Klimaschutz ist.

Von Beschaffung bis Hochbau

Timmermann wird die Leitung des Teams innehaben. Außerdem gehören ihm Jutta Ehmsen an, Leiterin des Amts für Klimaschutz, Grünflächen und technische Verwaltung, sowie zwei Mitarbeiter des Amts für Stadtentwicklung: Kastor Höhn bearbeitet den Bereich Stadtentwicklung, Dominik Perleth das Thema Mobilität. Auch Peter Zschippig, Leiter der Hochbauabteilung, und Patrick Walter sind dabei. Als Referent des Ersten Bürgermeisters ist er für das Energiemanagement der kommunalen Liegenschaft verantwortlich. Stephan Müller vertritt das Personal- und Organisationsamt. In seinen Aufgabenbereich fällt zum Beispiel die öffentliche Beschaffung, also der Kauf von Produkten und Dienstleistungen durch die Stadt. Komplettiert wird das Team von Pressesprecher Roland Kern. Es sei enorm wichtig, die Bürgerinnen und Bürger beim Thema Klimaschutz mitzunehmen und in den Dialog zu gehen, erklärt Timmermann.

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Ein Team für den Klimaschutz (von links): Jutta Ehmsen (Leiterin des Amts für Klimaschutz, Grünflächen und technische Verwaltung), Dominik Perleth (im Amt für Stadtentwicklung zuständig für den Bereich Mobilität), Peter Zschippig (Leiter der Hochbauabteilung), Stephan Müller (Personal- und Organisationsamt), Klimaschutzmanagerin Ute Timmermann, Pressesprecher Roland Kern und Patrick Walter (Referent des Ersten Bürgermeisters). Nicht auf dem Foto ist Kastor Höhn vom Amt für Stadtentwicklung. Bild: Stadt Weinheim

Nicht bei null anfangen

Um das abteilungsübergreifende Team zu besetzen, hatte sie sich mit verschiedenen Amtsleitern getroffen und überlegt, wer welche Daten zur Verfügung stellen kann. Im Rahmen der Einführung des Klimaschutz-Managementsystems „European Energy Award“ (EEA) werden sechs Bereiche betrachtet: Entwicklungsplanung und Raumordnung, kommunale Gebäude und Anlagen, Versorgung und Entsorgung, Mobilität, interne Organisation sowie Kommunikation und Kooperation. Leider entsprechen die Bereiche nicht der Aufteilung der städtischen Ämter. Viele Fragen müssen daher abteilungsübergreifend beantwortet werden.

Beispiel kommunale Gebäude: Hier muss Weinheim nicht bei null anfangen, betont Timmermann. Seit Jahren gibt es ein Energiemanagementsystem, das städtische Gebäude erfasst (außer Wohnungen). Es hält unter anderem fest, wie viel Energie und Wasser im Schloss, in den Schulen oder im Rolf-Engelbrecht-Haus verbraucht werden. „Es ist ein Pfund, dass wir diese Daten haben“, sagt Timmermann. Sie ins EEA-System zu übertragen, sei allerdings „nicht trivial“. Hierzu müssten Hochbauabteilung und die Verwaltung der kommunalen Liegenschaften zusammenarbeiten.

Probeauswertung bis Ende 2020

Bis zum Jahreswechsel will das Team eine erste Probeauswertung vorlegen, die die bis dahin verfügbaren Daten auswertet. Die erste vollständige Analyse ist für Juli 2021 geplant. Sie soll aufzeigen, wo in Weinheim der größte Handlungsbedarf besteht. Bis dahin trifft sich das Klimaschutzteam alle zwei Monate. Dazwischen bearbeiten die einzelnen Mitarbeiter in engem Kontakt mit Ute Timmermann ihre jeweiligen Fragebögen. Wenn die IST-Analyse steht, sollen sie außerdem Maßnahmen erarbeiten, wie Weinheim sich in Sachen Klimaschutz verbessern kann.

Begleitet wird der Prozess von Peter Kolbe von der Klimaschutz- und Energieberatungsagentur. „Er ist eine große Hilfe“, versichert Timmermann. Alle zwei Wochen sei sie mit ihm in Kontakt, da einige Fragen aus dem EEA sich ohne Beratung kaum verstehen oder beantworten ließen. „Die Bestandsaufnahme hat es in sich“, unterstreicht die Klimaschutzmanagerin – das sei allerdings keine Überraschung.

„Wasserwende“ in der Verwaltung

Dennoch will sie neben ihrer Arbeit am EEA weitere Projekte anstoßen. Man müsse nicht in allen Bereichen warten, bis die IST-Analyse vorliege, ist sie sicher. So möchte sie beispielsweise in der Verwaltung die „Wasserwende“ voranbringen: Weniger oder gar kein Wasser aus Plastikflaschen, stattdessen Wasserspender, aus denen alle sich bedienen können. Es sei wichtig, dass die Verwaltung mit gutem Beispiel vorangehe, findet sie – und hofft, dass die Mitglieder des Klimaschutzteams viele Kolleginnen und Kollegen sensibilisieren können. /tho

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