Gemeinde rückt Klimaschutz in den Fokus

Rat verabschiedete Handlungsleitfaden mit Strategien für Haushalte, Gewerbe, Verwaltung – Regelmäßiges Monitoring geplant

Edingen-Neckarhausen.(nip) Für Peter Kolbe von der Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur (KliBA) war es kein Problem, dass bei der ersten Klimaschutz-Werkstatt in der Gemeinde nur 30 Teilnehmer mitmachten. „Denn diese haben intensivst gearbeitet“, sagte Kolbe kürzlich im Gemeinderat bei der Verabschiedung des integrierten Klimaschutzkonzeptes für Edingen-Neckarhausen,.

Anderswo, so gab Kolbe zu bedenken, habe es auch Klimaschutz-Werkstätten mit zwei Teilnehmern gegeben. Insofern sei die Neckargemeinde gut dabei, die Arbeit vor Ort sei für sein Team motivierend gewesen, weil man zu 99 Prozent auf offene Ohren gestoßen sei. Auf 110 Berichtsseiten hat Kolbe nun den Zustand nebst Potentialen dargestellt und einen Ausblick gegeben, wie es weitergehen soll. Zudem ist all das, was die Werkstattteilnehmer erarbeitet haben, zum Beispiel zum Thema „klimafaire Mobilität der Verwaltung“ – ein Maßnahmetitel, der die höchste Bewertung erzielt hatte – in den Bericht eingeflossen.

Wesentlicher Bestandteil des Konzepts ist der Maßnahmenplan mit Vorschlägen für erste lokale Klimaschutzmaßnahmen, unterteilt in acht Themenfelder. Dabei benennt der Bericht potentielle Beteiligte. Im Prinzip ein praktischer Handlungsleitfaden, mit Strategien für Haushalte, Handel, Gewerbe, Energieversorgung, Verwaltung. Ein Förderkonzept zu erarbeiten, sei nicht Priorität gewesen, gab Kolbe auf Nachfrage von Stephan Kraus-Vierling (UBL) zu Protokoll. Das sei in der Klimaschutzwerkstatt im Mai auch nicht im Gespräch gewesen.

Ein wenig schade sei, fand UBL-Gemeinderat Dietrich Herold, dass „dieses wichtige Thema“ in einer Sitzung mit 20 weiteren Tagesordnungspunkten habe unterkommen müssen. Generell sei das Konzept gut gelungen und biete eine „super Diskussionsgrundlage“. „Das Konzept ist sicher nicht komplett, man muss es immer wieder überarbeiten“, sagte Eberhard Wolff (SPD). Es sei schön, ein Ziel vor Augen zu haben und sich auf etwas zu fokussieren. Vielleicht würden auch Bürger dazustoßen, wenn sie merken, dass dieses Konzept nicht nur koste, sondern etwas bringe. Vonseiten der Offenen Grünen Liste war Angela Stelling „sehr erfreut“, denn die Fraktion hatte das Klimaschutzkonzept schon länger eingefordert. „Alle Fraktionen sind vertreten und viele Aktive aus dem Umweltschutz dabei“, stellte sie fest und bat darum, das Konzept auf die Homepage der Gemeinde zu stellen.

Michaela Keinert (CDU) begrüßte Konzept und künftigen Prozess ebenfalls. Auf Wunsch werde man den Bericht separat vorstellen, teilte Bürgermeister Simon Michler mit. Das Ganze werde ja fortgeschrieben, in regelmäßigen Abständen soll ein „Monitoring“ stattfinden, was bedeutet, dass die weitere Entwicklung begleitet, beobachtet und bewertet wird. Darauf freue er sich, bekräftigte Kolbe.

© RNZ, Bergstraße/Mannheim - Weinheimer Rundschau vom Freitag, 28. Juli 2017, Seite 6)

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